Das internationale Vorgehen gegen Russlands Ölversorgung, von Angriffen der Ukraine auf russische Energie- und Raffinerieanlagen, bis zu den schweren Sanktionen der USA und EU gegen Russlands Energieunternehmen vor über 2 Wochen, hält den Markt für Erdöl und dessen Produkte mit schweren Unsicherheiten im Griff. Diese Sorgen verursachen sowohl länger anhaltende, als auch plötzliche, augenblickliche Preisverschiebungen weltweit, die dementsprechend auch bei den Heizölpreisen in Europa und im Bundesgebiet zu sehen sind.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Eine solche, plötzliche Reaktion an den Ölbörsen sorgte im Verlauf des vergangenen Freitags für eine sehr kurze, sehr starke Preisschwankung. Das zeigt sich am deutlichen Rückgang der Heizölpreise im Vergleich zu Freitag, welche seitdem um mittlerweile -2,58 Euro gefallen sind. Das ist jedoch ein einzelner, sehr kurzer Ausnahmefall gewesen, der im längeren Verlauf nahezu keinen Einfluss auf die Heizölpreise haben sollte. Denn abseits dieser sehr kurzen, drastischen Änderung setzt sich das Bild der letzten Wochen fort. So stiegen die Heizölpreise im Vergleich zu vor einer Woche durchschnittlich um etwa +1,96 Euro, verglichen mit der selben Zeit im Oktober sogar um +6,06 Euro.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisentwicklungen zeigen weiterhin anhaltende Anstiege im Heizölpreis. Verglichen mit vor 3 Monaten ist Heizöl im Bundesgebiet derzeit +7,55 Euro teurer, aber auch mit Blick auf den frühen November im vergangenen Jahr zahlen Abnehmer zurzeit etwa +5,07 Euro mehr als noch 2024. Blickt man zurück auf den November 2023, sind die aktuellen Heizölpreise im Bundesgebiet dennoch -7,88 Euro günstiger. Das verdeutlicht die untenstehende Grafik nochmal, die klar zeigt, dass die Preise aktuell zwar kurzfristig und im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen sind, aber sich sonst noch immer im Rahmen des aktuellen Jahresverlaufs halten.

Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Potentielles Ende des US-Shutdowns in Sicht?
Aktuell kommt es zu Näherungsversuchen im US-Senat, was Hoffnungen auf ein Ende des US-Shutdowns fördert. Das sorgt für Aufwind in den Produktionen in den USA, was den Öl- und Ölproduktbedarf des Landes steigen lässt und somit die Preise am Weltmarkt nach oben stützen kann.
– Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien
Anhaltende Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien sorgen im internationalen Handel bei einigen Kunden für Versorgungsengpässe bei Öl und Ölprodukten, da weniger raffiniertes Öl aus Russland in den Markt laufen kann.
– Sanktionsrisiken lassen Lieferketten brechen
Durch die USA und EU Ende Oktober verhängte Sanktionen auf die größten, russischen Energieunternehmen sorgen mittlerweile für erhebliches Lieferchaos im Schiffsverkehr. Aus Sorge vor Sanktionsrisiken werden teils global aufgebaute Lieferketten aufgelöst. Das schürt die Angst vor kurzfristigen Lieferengpässen, was die weltweiten Ölpreise oben hält.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Überversorgung des Ölmarkts
Statistiken und Rechnungen zufolge wird aktuell weltweit deutlich mehr Erdöl gefördert, als verbraucht wird. Auch wenn die aktuellen Engpässe im Handel und Transport von dieser grundsätzlich sehr guten Versorgungslage ablenken, darf dieses grundsätzlich gute Angebot an Rohöl nicht komplett vergessen werden.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 31.10.2025
Source: Futures-Services

